Ratgeber - Finanzkompakt zum Thema "Aktie oder Anleihe?"

Aktie oder Anleihe?

Bei der direkten Geldanlage - egal ob in Aktien oder Anleihen - sollte man sich darüber im Klaren sein, dass beide Formen zu den spekulativen Geldanlagen zählen.
Die Renditechance ist zwar deutlich höher als bei klassischen Anlageformen wie Sparbüchern oder Bundesschatzbriefen, im gleichen Maße jedoch steigt auch das Verlustrisiko, welches auch einen möglichen Totalverlust der Geldanlage mit einschliesst. Aus diesem Grunde sollten maximal 10-15% des verfügbaren Kapitals in solch direkte Investitionen investiert werden. Ein gesunder Mix aus Aktien, Fonds und konservativen Anlageformen entscheidet letztendlich für eine erfolgreiche, langfristige Geldanlage.

Wir betrachten in diesem Rategeber ausschliesslich die direkte Anlage in Aktien und Anleihen.

Im ersten Schritt beschäftigen wir uns mit den Unterschieden zwischen Aktien und Anleihen. Folgende Tabelle sollte dem Verständnis dieser beiden Anlageformen dienen:

Aktie Anleihe
Wertpapierart: Teilhaberpapier. Mit einer Aktie erwirbt man einen Teil einer Unternehmung. Gläubigerpapier. Hier wird dem Unternehmen Geld zur Verfügung gestellt, welches es zum wirtschaften benötigt.
Bereitstellung von: Eigenkapital. Mit dem Kauf einer Aktie wird em Unternehmen Eigenkapital zugeführt. Fremdkapital. Ein Unternehmen nimmt Fremdkapital mit einer vorher festgelegten Verzinsung auf.
Verzinsung: Abhängig vom Gewinn der Gesellschaft und dem Beschluss der Aktionäre in der Jahreshauptversammlung. Die Verzinsung wird bereits bei Ausgabe der Anleihe festgelegt.
Rückzahlung des Kapitals: Es besteht jederzeit die Möglichkeit, Aktien eines börsennotierten Unternehmens zu handeln und zu verkaufen. Dies kann auch bedeuten, dass eine Aktie beim Verkauf nicht den Einkaufswert erreicht. Anleihen werden zeitlich befristet ausgegeben und somit auch die Rückzahlung des geliehenen Geldes zu einem bestimmten Termin vorher festgelegt.
Mitspracherecht im Unternehmen: Stimmrecht je Höhe des Anteils am Eigenkapital auf der Hauptversammlung im Regelfall keines.
Eine Geldanlage in Anleihen ist also insofern sicherer, als das eine vorher bestimmte Rendite (der Zins auf das zugeführte Fremdkapital) zu einem bestimmten Zeitpunkt gezahlt wird, sofern ein Unternehmen zum Ablaufdatum der Anleihe solvent ist.
Die Verzinsung allein bestimmt allerdings nicht ausschliesslich die Rendite einer Geldanlage in Anleihen oder Aktien, denn diese Papiere werden gehandelt und auch der Kurs des Papiers spielt eine Rolle für die Rendite des Papiers. Steigen die Aktienkurse, sinken die Kurse der Anleihen und umgekehrt. Bei starken Wirtschaftwachstum und ist die Rendite einer Aktie bei einem soliden Unternehmen im Regelfall höher als die Rendite einer Anleihe, da sich potentielle Dividendenzahlungen für die Aktionäre - sofern beschlossen - erhöhen. Da hier nun die Nachfrage nach Aktien eines Unternehmens meist steigt, erhöht sich auch der Handelskurs der Aktie. Die Aktie steigt im Wert. Parallel dazu bleibt die Rendite einer Anleihe zu einem festgelegten Zinssatz zurück.

Wenn das Wirtschaftswachstum rückläufig ist, Gewinne zurückgehen, sich Dividendenzahlungen verringern und der Kurs einer Aktie fällt, kann eine Gesamtrendite einer Aktie unter den vorher festgelegten Zinssatz einer Anleihe fallen. Nun steigen Anleihen im Kurs, da die Besitzer dieser höhere Renditen als Aktionäre erwarten können.

Fazit:

Die Gesamtrendite einer Anleihe setzt sich, neben der Berücksichtigung der Inflationrate, aus dem Zins der Anleihe und dem Kursgewinn zusammen. Sofern die Rückzahlung einer Anleihe durch das Unternehmen gewährleistet werden kann, ist die Anleihe eine vergleichsweise sichere Anlage, wenn auch die Renditechancen nicht die einer Aktie erreichen, denn hier ist es möglich, durch Dividendenausschüttungen und den Kurs in einem höheren Maße am Erfolg eines Unternehmens zu partizipieren.

Unser nächstes Thema:
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Im nächten Monat klären wir die Frage
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